2007 – Westküste USA

Ein Reisebericht von Peter

Tag 1 – Anreise

Unser Anreisetag.
Eigentlich sollte alles ganz einfach sein. Treffpunkt in Frankfurt, dort noch einige Leute treffen und gemeinsam einchecken. Anschließend Flug nach Amsterdam um dort nach Seattle durchzuchecken. Eigentlich.
Unser Schweizer Sandro wurde irgendwie nicht gebucht und ist seit dem verschollen. Momentan wissen wir nicht ob er noch in Amsterdam oder schon irgendwo in den USA ist. Die Fluggesellschaft darf uns angeblich aus Datenschutzgründen keine Infos geben. So sind wir jetzt erstmal “nur” zu zehnt. Der Flug von Frankfurt nach Amsterdam wurde von KLM Cittyhopper durchgeführt. Knapp 50 Minuten Flugzeit. Als Snack gab es Doritos und was zu trinken. Zum Boarding in Amsterdam kamen wir auch noch auf den letzten Drücker. Bis auf Sandro sind wir dann aber noch alle reingekommen. Der Airbus von NWA war recht bequem. Die Sitzplatzabstände akzeptabel und das Entertainmentsystem mal was neues für uns. Es war ein “In-Seat-Entertainment”. Es gab so ca. 20 Filme zur Auswahl. Ich hab Stirb Langsam 4, Ewan-Allmächtig, und eine Hochzeitskomödie gesehen. Markus noch Cars, glaube ich. Zu Essen gab es Chicken or Pasta. Wir entschieden uns für Pasta. Trotzdem nicht so mein Fall. Markus hats geschmeckt. Der Flug ging über Schottland, Island, Grönland, Canada und schließlich nach Seattle. Ohne Turbulenzen o.Ä. Irgendwie langweilig. Und so haben die 10 Stunden Flug auch Ihre Spuren an mir hinterlassen. Ich bin ziemlich müde, im Flugzeug konnte ich nämlich leider noch nie richtig schlafen. Die Einreise lief problemlos. Die Frage ob der Beamte meinen Heimatort richtig aussprechen würde, bejahte ich und schon war ich durch. Direkt danach sah ich schon meinen neuen, knallorangenen Koffer auf dem Laufband. Ich danke dafür meiner Frau SANDRA !!!
Nachdem wir alle unser Gepäck hatten kümmerten wir uns um die Mieautos. Aufgrund der relativ großen Reisegruppe und dem vielen Gepäck haben wir zwei Vans gemietet. Es sind Toyota Sienna. So einen fuhr ich auch schon letztes Jahr und es gab damals keinerlei Probleme. Sogar auf “Dirt-Roads”. Also alles rein ins Auto, schnell zum Motel 6 und wieder alles raus aus dem Auto. Wir waren dann noch beim Dennys essen. Das war schon unser erster Tag, morgen geht’s nach Downtown Seattle.

Tag 2 – Seattle / Pike Place Market

Nach einer mehr oder weniger guten Nacht verbreitet sich die neueste Nachricht recht schnell: Sandro ist inzwischen eingetroffen. Nun können wir beruhigt die geplante Reiseroute anpacken und starten auch gleich nach dem Frühstück in Richtung Innenstadt Seattle. Unser erstes Ziel ist der überdachte Pike Place Market. Hier tummeln sich Fischläden, Blumen- und Geschenkläden, Obst- und Gemüsestände eng nebeneinander. Dabei ist der Nächste immer noch ein wenig farbenprächtiger als der vorherige. Die Verkäufer der Fischstände zeigen gerne Ihre “besonderen” Stücke und lassen sich dabei gerne fotografieren. Am Pioneer Square steht neben einer Büste von Chief Seattle ein originaler Totempfahl der Indianer. Dieser wurde einst von den Stadtbewohner den Indianern gestohlen. Wir liefen dann etwas am Wasser entlang und sahen uns die einzelnen Piers an. Was man da nebenan sieht ist ein Museum in dem es z.B. zweiköpfige Kühe gibt.
Uninteressant für uns. Anschließend erklommen wir noch die Straßen hoch zur Space Needle. Als Eintritt wollte sie 16 Dollar. Zu viel bei der schlechten Sicht. Also gingen wir weiter, wieder zum Auto. Wir fuhren dann den Queen Ann Hill hoch zum West Highland Drive von wo aus man einen schönen Überblick über die Skyline von Seattle hat. Bei schönem Wett kann man im Hintergrund noch den Mt. Rainier sehen. Wie gesagt, bei schönem Wetter. Wir warteten noch bis es dunkel wurde um auch ein paar Nachtaufnahmen zu machen. Desweiteren war ein Fernsehteam da, dass einen Bericht über die sinkenden Immobilienpreise drehte. Der Kameramann meinte, das läge an unserem starken Euro ??? Abendessen gabs dann wieder bei Denny. Burger. Die waren echt lecker und füllen auch ganz gut. Wir waren dann diesmal so gegen 22.00 Uhr im Motel und ziemlich müde. Leider haben wir bis zu diesem Zeitpunkt noch kein funktionsfähiges WLAN-Netz gefunden. Vielleicht liegts ja an uns. Naja
trotzdem schreiben wir fleißig.
Noch ein paar technische Daten:

Temperatur heute so ca. 11 – 13°C.
Gefahrene Milen: 46,1

Tag 3 – Snoqualmie Falls / Mt. Rainier NP

Das Motto des heutigen Tages ist schnell erklärt: Regen – Regen – Regen –
Schnee
Als wir heute morgen von Seattle los fuhren, kamen wir erstmal in den Stau. War aber nicht weiter dramatisch, das Wetter war eh besch… . Wir hofften darauf, dass es besser werden würde. Am nächsten Starbucks wurde erstmal Halt gemacht und gefrühstückt. Danach gings weiter Richtung Snoqualmie Falls. Die wollten wir uns unbedingt ansehen. Es regnete natürlich. Also haben wir Wasser mit Wasser fotografiert. Naja, nasse Fotos eben. Von dort aus wollten wir weiter zum Mount Rainier National Park. Auf den Weg dahin, fanden wir vor einem Safeway zum ersten mal ein offenes WLAN-Netz in das wir uns auch einloggen konnten. So konnten wir schonmal die ersten zwei Tage online stellen. Zu mehr hatte leider die Zeit nicht gereicht. Achja, hatte ich schon erwähnt, dass es regnete? Also weiter zum Mt. Rainier. Wir wollten eine Abzweigung nehmen und ein bißchen den Berg per Auto erklimmen. Die Straße war aber leider wegen Schneefalls gesperrt. Auch die nächste Route, am Südrand des Parkes, war gesperrt. So konnten wir nicht auf direktem Wege zu unserem Ziel des Tages – Ashford – sondern mussten noch ein wenig weiter südlich eine Ausweichroute nehmen. Wir kamen dann letztendlich an und bezogen erstmal unsere Cabins im Gateway Inn Mount Rainier. Irgendwie putzig diese kleinen Hütten. Sogar mit Kamin. Die liegen nur ca.200 Meter vor dem westlichen Eingang zum Nationalpark und somit sehr gut gelegen für uns Frühaufsteher. Vor dem Abendessen sind wir noch ein Stück in den Park gefahren und suchten den Reflection Lake bei dem wir morgen früh zum Sonnenaufgang Aufnahmen machen wollen. Es schwebt uns vor den Mt.Rainier gespiegelt bei Sonnenaufgang im See zu fotografieren. Die Dame vom Gateway Inn meint aber es würde morgen regnen, klar. Wir kommen nicht ganz soweit wie wir wollten, weil es statt zu regnen schneite. Mit Sommerreifen und voll beladenem Auto nicht so prickelnd. Also gings zurück zum Abendessen. So, das war der wohl bisher trübste und feuchteste Tag.

Gefahrene Milen: 223,6
Temperaturen: zwischen 0 und 8 °C

Tag 4 – Christine Falls / Mt. St. Helens

Heute stand zum ersten mal ein Sonnenaufgang auf dem Tagesplan. Das hieß also um 5.30Uhr aufstehen und fertig machen zum Fotografieren. Wir wollten den Mt. Rainier gespiegelt im Reflection Lake aufnehmen. Das hatten wir uns auch wunderbar vorgestellt. Allerdings war uns eigentlich bereits nach dem Aufstehen klar, dass es damit wohl Schwierigkeiten geben würde. Es regnete nämlich immer noch. Wir beschlossen trotzdem aufzubrechen und zu sehen wie es sich entwickelt. Nach den ersten Höhenmetern hat sich unser Vorhaben allerdings in Schnee aufgelöst. Also blieben wir stehen und warteten ab, bis es einigermaßen hell wurde. An ein Weiterfahren Richtung See war nicht zu denken. Zu heftig wurden die Schneefälle. Also beschlossen wir umzudrehen und erstmal zu frühstücken. Auf dem Weg zurück zu unseren Cabins hielten wir allerdings noch an den “Christine Falls” – Ehrensache, da Christine doch schließlich unsere “Führerin” ist. Nach diesem feuchtem Erlebnis gings dann endlich zum Frühstück. Natürlich gab’s wieder Sachen die dem Cholesterinspiegel in die Höhe schnellen lassen. Aber das sättigt dann den ganzen Tag 🙂 Während des Essens haben wir es dann auch mal wieder geschafft ins Internet zu kommen und Emails abzurufen. Wir fuhren also von Ashford zurück Richtung Elbe (nicht der Fluss in Deutschland!). Von dort weiter nach Morton und Randle. In Randle angekommen mussten wir erstmal Restrooms suchen. Kein Wunder bei 11 Reisenden. Irgendwie muss ständig irgend jemand irgend etwas. Aber es lässt sich ganz gut arrangieren. Also Zeit für ein Foto zwischendurch. Von Randle aus ging es südlich weiter Richtung Mt. St.Helens. Die Strassen waren zum Glück nicht gesperrt und so konnten wir fast bis zur Windy Ridge fahren. Windy wars übrigens wirklich. Wir hielten oberhalb des Spirit Lakes und genossen die nicht vorhandene Aussicht. Die Auswirkungen des Vulkanausbruchs von 1982 sind noch immer weithin sichtbar. Überall sind abgestorbene Bäume. Ansonsten ist das ganze Gebiet rings um den Vulkan sehr stark bewachsen. Sowohl mit Bäumen als auch mit Sträuchern und Farnen. Ein gewaltiges Farbenspiel mit roten, gelben oder grünen Blättern. Achja, von Laubfegen halten die da nicht viel :-)))
Wir konnten stellenweise die Strasse vor lauter Blättern nicht mehr sehen. War ab und zu mal ein bißchen rutschig aber niemals gefährlich. Es ging dann schließlich über Cougar, Yale und Ariel nach Woodland wo es plötzlich wieder milde Temperaturen hatte. Dort haben wir dann bei einem Thailänder zu abend gegessen. Also es hat wirklich sehr gut geschmeckt. Nur nicht ganz so ausgesehen. Wir streiten übrigens noch immer darüber ob unser Kellner weiblich oder männlich war. War so der Typ “Tokio-Hotel”-Sänger. Nach dem Essen gings den Interstate 5 wieder Richtung Norden nach Kelso wo wir wieder im Motel 6 unsere Zimmer bezogen. Von da aus gehts morgen Richtung Küste.

Gefahrene Milen: 207
Temperaturen: zwischen -1 und +15°C

Tag 5 – Fort Clatsop / Cannon Beach / Haystack Rock

Heute früh gingen wir erstmal wieder bei Denny´s frühstücken. Danach ging’s gleich weiter Richtung Westen in den Bundesstaat Oregon. Wir überquerten den Columbia River und fuhren weiter bis Astoria. Dort konnten wir schon mal die ersten schönen Regenbilder machen. Von dort aus führte uns die Strasse nach Fort Clatsop. Das, wie ich dachte, große Fort entpuppte sich mehr oder weniger als kleine Holzhütte. Nunja, wir konnten dort einen originalgetreu nachgebildeten Trapper mit Brille und Ohrring zusehen, wie er den Schulkinder zeigte wie man eine Muskete fachgerecht lädt. Sehr aufschlussreich. Zumindest gab’s am Ende einen riesen Knall. Wir sahen uns dann noch ein wenig um und konnten noch das ein oder andere Foto schießen. Danach fuhren wir auf der 101 weiter Richtung Süden bis Cannon Beach. Am ersten View Point hatten wir einen gewaltigen Ausblick auf den Haystack Rock.
Es war so extrem windig, dass wir echt Mühe hatten einen Fuß vor den anderen zu setzen. Von diesem Punkt aus, war auch ein erster kleiner Leuchtturm zu sehen. Hoffentlich gibt’s davon morgen noch mehr.
Total durch den Wind wie wir waren sind wir noch ein Stück in Cannon Beach weitergefahren. Wollten wir doch schließlich noch näher ran an den Rock. Wir stellten die Autos dann in einer Seitenstrasse ab und gingen ein paar Stufen hinab zum Strand. Unten angekommen konnten wir leider nur ein paar schnelle Aufnahmen machen, denn was dann geschah lässt sich mit einigen kurzen Worten sehr schnell beschreiben. BLITZ – DONNER – REGEN. Soviel Regen, dass wir in kürzester Zeit bis auf die Unterhosen nass wurden. Ich hatte sowas bisher nur selten erlebt. Als wir uns letztendlich alle in die Autos gerettet hatten und die Scheiben wieder beschlagfrei waren ging es noch ein bißchen weiter südlich bis zu unserem heutigen Tagesziel: Lincoln City. Und ob Ihr es glaubt oder nicht – in Lincoln City gibt es im Motel 6 sogar WLAN. Aber nur mit dem Laptop vor dem Spiegel. Einen halben Meter weiter auf dem Bett funktionierts schon wieder nicht.
Nachdem wir uns alle trocken gelegt haben gingen wir noch zu Figaro´s Pizza essen und anschließend bei Safeway ein bißchen für die Fahrt einkaufen. Ich dachte, wenn ich eine Pizza Hawaii esse wird vielleicht das Wetter ein bißchen besser :-)))

Gefahrene Milen: ca. 170
Temperaturen: zwischen 6 – 14°C

Tag 6 – Leuchttürme an der Küste

Auch der heutige Tag startet mit Regen. Wie sollte es auch anders sein. Zum
Frühstück geht´s in das Pig´n Pancake. Gegessen habe ich und Markus aber nichts, da noch Pizza von gestern übrig war. Mmmh schmeckt auch kalt lecker.
Danach gings dann die stürmische Küste entlang. Nach den ersten wenigen Meilen kamen wir bereits an den ersten Leuchtturm des Tages. Den Yaquina Head. Glücklicherweise hat der Wettergott mit uns heute offensichtlich ein bisschen Mitleid und lässt uns ab und zu ein trockenes Zeitfenster. So können wir den wirklich fotogenen Leuchtturm von diversen Blickwinkeln aus fotografieren.
Ein besonders netter Cowboy hat mich an dieser Stelle nochmal extra mit einem “Welcome to America” begrüßt. Als der Turm wirklich von allen Seiten aus abgelichtet war, gings schon wieder weiter an der Küste. Nach einem kurzen Augenblick hielten wir bereits am nächsten Lighthouse. Den Yaquina Bay Lighthouse. Auch hier konnten wir uns natürlich alles ganz genau ansehen und somit ein paar schöne “Shots” festhalten.
Am Parkplatz waren mal wieder überall Möwen. Der Route 101 folgend kamen wir in direkter Küstennähe durch viele kleine Orte. Bei Cape Perpetua besuchten wir den letzten, und meiner Meinung nach schönsten Leuchtturm des heutigen Tages. Das Heceta Head Lighthouse. Um dort hinzugelangen mussten wir unser Auto auf einen Parkplatz abstellen, und für die USA eher ungewöhnlich, noch ein ganzes Stück zu Fuß bergauf gehen. Der Leuchtturm und die damit verbunden Motive haben aber dafür entschädigt. Beim Auto angekommen traute ich meinen Augen kaum. Eine junge, ca. 14 Jahre alte, Amerikanerin lief komplett bekleidet ins den Pazifik. Ich bin mir nicht ganz sicher wie die Amis hier so ticken, aber in Deutschland habe ich noch niemanden mit samt Jeans bei 9°C bis zu den Hüften ins Meer laufen sehen. Lags daran, dass die Amerikaner prüde sind. Oder hatte sie einfach nicht daran geglaubt, dass Wasser nass ist? Oder dachte sie, sie könne auf dem Wasser gehen? Ich weiß es nicht. Am Strand vor dem Parkplatz konnte ich trotz dieses irritierenden Erlebnisses noch ein paar schöne Aufnahmen machen.
Nach ungefähr einer Meile weiter auf der 101 kam dann nochmal ein Viewpoint, von dem aus man den Leuchtturm nochmal sehr schön sehen konnte. Kurz darauf gings dann wieder Richtung Osten ins Landesinnere. Wir folgten ab Reedsport der 38er über Scottsburg bis Elkton. Dort gab es in der Nähe tatsächlich extra Aussichtspunkte für Elks. Ein Elk ist nicht etwa, wie oft vermutet ein Elch, sonder ein Wapiti. Also eher ein großes Reh oder ein Hirsch. Fotografieren konnte ich aber nur ein paar Kanadagänse. Auch schön. Anschließend weiter auf der 138 bis Sutherlin wo wir bei einem Mexikaner unser Abendessen einnahmen. Es gab aber nicht nur Tortilla-Chips. Nach dem Essen fuhren wir auf dem Interstate 5 weiter bis Roseburg, wo wir wieder mal im Motel6 eincheckten. Und hier gab es tatsächlich richtig gutes Internet. Scheint wohl neu zu sein.

gefahrene Milen: ca. 183
Temperaturen: 9° – 13°C

Tag 7 – Diamond Lake / Crater Lake

Der letzte Tag in unserer ersten Woche wartete mit einer großen Überraschung auf: es war trocken. Und da wir am Abend vorher beschlossen hatten, dass jeder sich um sein Frühstück selbst kümmern sollte, konnten wir pünktlich um 8.00 Uhr losfahren. Die 138er führte uns am Umpqua-River entlang. Die Strecke ging durch Glide, Steamboat bis zu unserem nächsten Halt, den Tokatee Falls. Bevor wir die finden sollten, hielten wir aber erstmal noch am Tokatee Lake. Danach machten wir uns auf eine kurze Wanderung zu den Wasserfällen. Hätten wir gewusst, dass diese zu dieser Zeit ausgerechnet im Gegenlicht stehen, hätten wir diesen Punkt vermutlich ausfallen lassen. Aber auch der Weg hin und zurück von den Wasserfällen hatte seinen Reiz. Es ging, wie eigentlich üblich, immer bergauf und bergab. Wir machten uns anschließend weiter auf den Weg zum Crater Lake und kamen vorher aber am Diamond Lake, ganz in der Nähe vorbei. Hier konnten wir schon wieder erahnen was uns bevorstehen würde. Schnee. Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass heute den ganzen Tag die Sonne schien? Nein? Also, heute schien den ganzen Tag die Sonne! Der Wettergott scheint Fotograf zu sein 🙂
Eigentlich wollten wir dann den nördlichen Eingang zum Crater Lake National Park nehmen. Dieser war aber leider wegen einer nicht geräumten Strasse gesperrt. Also fuhren wir bis zur nächsten Kreuzung zurück und umfuhren den ganzen Park um schließlich den südlichen Eingang am Park Headquarter zu nehmen. Die Strasse schlängelte sich nach und nach immer höher und die Strassen wurden teilweise auch etwas verschneit. Am Gipfel angekommen, genossen wir erstmal die Aussicht auf den Crater Lake, den tiefsten See der USA. Was uns etwas verwunderte war, dass in diesem See sogar Fische sein sollen. Und das obwohl er ohne Zu- und Abfluss ist. Woher kommen die denn dann? Auch sehr witzig waren die wohl recht unterschiedlichen Einstellungen zu den Umgebungstemperaturen. Während wir uns schön warm eingepackt hatten, gab es auch Leute die in kurzen Hosen und T-Shirt die Natur genossen. Leider achteten wir nicht auf unseren Benzinstand, so dass Christine leider erst da oben bemerkte, dass Sie laut Ihrem Display nur noch ca. 20 Meilen fahren konnte. Naja, es ging ja bergab und so retteten wir uns noch bis Fort Klamath um dort bei einer völlig überteuerten Tanke jeweils 5 Galonen Regular zu tanken. Der Tankwart schien in dieser Gegend eine gewisse Monopolstellung zu haben, warum sonst konnte er den Sprit 70 cent/Galone teurer anbieten als die anderen Tankstellen die wir bisher sahen. Übrigens ca. 5 Meilen weiter kamen dann noch andere Tankstellen. Natürlich billiger. Da wir aber schon mal da waren, machten wir auch ein paar
Fotos. Wir erlebten dann das erste mal bewusst einen richtigen Sonnenuntergang. Da wir am Uper Klamath Lake entlang fuhren, erkoren wir dessen Ufer zum Fotostandpunkt des Abends. Danach waren es nur noch 10 Minuten bis zu unserem heutigen Ziel Klamath Falls. Abendessen gab es bei Sizzlers. Anschließend checkten wir im Motel6 ein und fuhren nochmal zu Safeways zum shoppen. Ja, am Sonntag Abend um 21.30Uhr.

Gefahrene Meilen: ca. 217
Temperaturen: zwischen 1 und 12°C (aber Sonne !!! also gefühlte 40°C ;_))) )

Tag 8 – Mt. Shazma / Lassen Volcanic NP

Der heutige Tag war der bisherige Tag der Superlative.
Wir fuhren die bisher längste Strecke mit ca. 307 Meilen.
Wir erreichten den bisher höchsten Punkt unserer Reise mit 2540 Metern.
Wir hatten die bisher höchste Temperatur, kurz hinter Redding mit 27°C, naja wir sind ja jetzt auch in Kalifornien.
Wir starteten wieder um 8.00 Uhr heute vormittag. und fuhren direkt los gen Süden. Die erste Hälfte der Strecke war immer von der Silhouette des Mount Shazma begleitet. Nach wenigen Meilen waren wir dann auch schon in Kalifornien und es wurde spürbar wärmer. Offensichtlich hatte Arnie die Heizlüfter angeschalten. Es ging die 97te entlang bis Weed. Da auf den Interstate 5 bis Redding. Dort angekommen suchten wir erstmal einen Optiker, da einer unserer Reiseteilnehmer seine Brille verbogen hatte. In einer kleinen Mall fanden wir ihn dann auch und er richtete die Brille, natürlich kostenlos. Der Lassen Volcanic National Park, war das eigentlich erklärte Ziel der heutigen Tour und wir erreichten ihn nach ca. 60 weiteren Meilen. Kurz vor dem Eingang standen Schilder, dass die Pass-Strasse gesperrt sei, trotzdem fuhren wir erstmal weiter. Im Wärterhäuschen meinte dann auch die Rangerin, dass wir Glück haben könnten. Es seien einige Felsbrocken auf die Strasse gefallen, man arbeite aber bereits daran und wenn wir langsam fahren würden, könnten wir wohl durchkommen. Ok dachten wir und fuhren eben langsam. Natürlich mit dem ein oder anderen Fotostopp. Wir waren nicht die einzigen “Künstler” in diesem Park. An einer wirklich idyllischen Stelle hatten sich einige Maler niedergelassen um den Lassen Peak auf Leinwand und Papier festzuhalten. Ich bin einem mal durchs Bild gelaufen, hoffentlich ist sein Bild jetzt nicht unscharf 🙂
Da die Landschaft wirklich umwerfend war, dauerte es ein bißchen, bis wir den Gipfel erreichten. Danach gings wieder bergab bis zu kleinen blubbernden Matschlöchern. Der Geruch dort war wirklich etwas gewöhnungsbedürftig. Nachdem das beste Licht verschwunden war machten wir uns auf die restlichen 60 Meilen bis Susanville. Dort angekommen gabs erstmal Abendessen. Beim Super8 Motel hatte man keine Reservierung für uns, so dass wir etwas anderes suchen mussten. Wir fanden dann im River Inn unseren Platz. Lustiger weise war das genau gegenüber dem Restaurant in dem wir unser Abendessen einnahmen.
Eris Scholz gab uns die Zimmerschlüssel und so konnten wir in die Betten
fallen.

Gefahrene Meilen: 307
Temperaturen: 1 – 27°C

Tag 9 – Bodie / Mono Lake

Heute war mehr oder weniger ein Fahrtag. Wir hielten uns auf der Route 395 immer Richtung Süden. So kamen wir durch diverse Örtchen. Darunter z.B. Janesville, Milford, Doyle und andere. Gegen Mittag führte uns die Straße kurz durch Nevada. So durchquerten wir Reno und Carson City. Dort sahen wir einen verrückten Laden mit hunderten von Kürbissen. Die Dekoration war schon sehr auf Halloween ausgelegt. Wie im übrigen Land auch. Nachdem wir nochmal kurz in Bridgeport einen Stopp eingelegt hatten, kamen wir endlich zum ersten Ziel des heutigen Tages. Die Geisterstadt Bodie. Die letzten Meilen sind Schotterpiste aber durchaus schnell befahrbar. Für Bodie selbst bräuchte man wohl einen ganzen Tag um sich die ganzen Häuschen und Hinterlassenschaften anzusehen. Wir hatten aber nur eine Stunde und begnügten uns mit den unserer Meinung nach besten Motive die wir auf die Schnelle finden konnten. Noch rechtzeitig bevor die Sonne verschwand machten wir uns auf den Weg zum Mono Lake. Wir nutzten das Abendlicht um die Tuffsteine im Ufergebiet abzulichten.
Als dann auch das letzte Licht verschwunden war, gings noch ein paar Meilen weiter bis Lee Vining zu unserem nächsten Motel. Das war auch gebucht.

Gefahrene Meilen: ca. 260
Temperaturen: zwischen 1 und 26°C

Tag 10 – Mono Lake / Yosemite NP

Der heutige Tag begann mal wieder mit recht kühlen Temperaturen. Zuerst gings zum Sonnenaufgang nochmal an den Mono Lake um das frühmorgendliche Licht einzufangen. Nachdem also die meisten von uns gut durchgefroren waren, gings erstmal zum Tanken. In dieser Region ist der Sprit übrigens wieder deutlich teurer als sonstwo. Mag wohl daran liegen, dass es direkt am Eingang zum Yosemite National Park liegt, welcher unser nächstes Ziel war. So fuhren wir also nur wenige Meilen bis zum östlichen Eingang und dann den Tioga Pass entlang. Glücklicherweise war dieser nicht gesperrt. Den ersten Stopp machten wir am Tioga Lake. Ein paar wenige Meilen und Serpentinen später erreichten wir schon den Olmsted Point, einen der bekanntesten Plätze im Yosemiti National Park. Von dort hat man einen herrlichen Blick über das gesamte Yosemite Tal. Die erste halbe Stunde etwa hatten wir dort ziemlich für uns allein. Danach war der Platz völlig überlaufen von Kindern und anderen Passanten. Aber auch diesem Treiben zuzusehen war zumindest für mich sehr interessant. Unser Weg führte uns anschließend quer durch den ganzen Park an abgebrannten Bäumen vorbei, bis wir in der Nähe des Südeingangs die Mammutbäume bestaunen konnten. Einige von ihnen sind bereits bis zu 3000 Jahre alt. Obwohl es nicht die größten der Welt sind, fand ich diese auch schon mehr als beeindruckend. Leider blieb uns nicht viel Zeit, bevor wir zum Sonnenaufgang aufbrachen. Somit konnten wir leider nicht die Fahrt mit der Bimmelbahn machen. Also ging es direkt weiter zum Glacier Point, von wo aus man einen herrlichen Blick auf den Half Dome hat. Wir verbrachten da die letzten ca. 1 1/2 Stunden bis zum Sonnenuntergang und beobachteten wir der Vollmond wie von Geisterhand gezogen aufging. Auch hier waren wir nicht die einzigen Leute die sich das Spektakel ansehen wollten. Nach diesen wunderschönen Augenblicken machten wir uns auf den Weg ins Tal, in Yosemite Village konnten wir noch das Nötigste für die Nacht und den nächsten morgen besorgen. Die Nacht verbrachten wir dann im Yosemite Gateway Inn in El Portal, ein beschauliches, schönes Motel.

Gefahrene Meilen: 206,8
Temperaturen: -3 bis 26°C

Tag 11 – Yosemite NP / San Francisco

Auch heute Früh standen wir wieder vor Sonnenaufgang auf um genau diesem beim Tunnel View in Fotos festzuhalten. Leider war die Lichtstimmung zu diesem Zeitpunkt nicht so wie erhofft. So fuhren wir also anschließend ins Tal um dort ein paar gute Aufnahmen zu machen. Was uns auch gelang, da uns hier inzwischen die Sonne ein perfektes Lichtspiel anbot. Die Yosemite Falls führten leider kein Wasser. Auch als wir einer Rangerin einen Dollar dafür anboten, dass sie doch bitte das Wasser anschalten solle kam nichts. Wir sollten nochmal im Frühjahr kommen, da gibts garantiert Wasser. Na gut. Dafür wurden wir mit einigen White Tail Deers, diversen Squirrels und wunderschönen Spiegelungen entlohnt. Auf dem Weg aus dem Park entdeckten wir noch einen Bären. Das war allerdings nicht schwer, man muss nur darauf achten, wo plötzlich ganz
viele Autos unerlaubt parken. Leider mussten wir dieses prächtige Naturschauspiel wieder verlassen und fuhren über die Route 120 und diverse Freeways nach San Francisco. Dabei kamen wir an etlichen Apfel, Kirsch und Orangenplantagen vorbei. Auch einen schönen Friedhof haben wir besichtigt. So kamen wir also in San Francisco an und waren ziemlich erschöpft von der Fahrt. Wir checkten im Motel 6 ein und gingen noch über die Strasse in ein Steakhouse. Meine Güte waren die Portionen groß. Meine
Hähnchenbruststreifen auf Broccoli Tagliatelli habe ich auf jeden Fall nur zur Hälfte geschafft. Danach gings ins Bett, wir wollten ja wieder vor Sonnenaufgang aufstehen.

Gefahrene Meilen: 216,6
Temperaturen: 5 – 30°C

Tag 12 – San Francisco

Wir fuhren heute vor Sonnenaufgang quer durch San Francisco um die Golden Gate Bridge bei bestem Licht von Norden aus zu fotografieren. Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung und so blieb das ganze etwas unspektakulär. So machten wir uns, hungrig wie wir alle waren, auf den Weg zum Cliff House. Für mich eines der schönsten Cafes die ich bisher überhaupt gesehen habe. Die Atmosphäre war sehr entspannt und das Frühstück, das bei mir wie üblich aus Rührei und Speck bestand, schmeckte auch besser als sonst. Nachdem wir uns alle gestärkt hatten fuhren wir den 49 Mile Drive entlang. Eine super Erfindung. Es handelt sich dabei um einen durch Schilder ausgewiesenen Weg der eben genau 49 Meilen entlang der Sehenswürdigkeiten durch San Francisco führt. Mal ehrlich, in unserem Ort wäre das wohl der “300 Meter Weg”. So kamen wir zum Golden Gate Park durch welchen wir ein bisschen schlenderten. Wir fuhren weiter zu den Twin Peaks von wo aus wir
einen herrlichen Blick über die Stadt hatten. Am Alamo mSquare bewunderten wir die Painted Ladies. Viktorianische Häuser vor der “neuen” Skyline von San Francisco. Der Park da ist eine Hunde-Spielwiese, was ich auch in Form einer Tretmine erfahren musste. Wir fuhren dann noch den Russian Hill auf der Lombard Street hinab. Der wohl kurvenreichsten Strasse der Welt. Anschließend gings nach Chinatown. Nachdem wir noch ein Sandwich bei Subway geholt hatten schlossen wir den Tag mit Nachtaufnahmen an der Golden Gate Bridge ab.

Gefahrene Meilen: 103,6
Temperaturen: 5 – 16°C

Tag 13 – San Francisco / Sausalito

Auch den heutigen Tag, der letzte vollständige der Reise, verbrachten wir zum Sonnenaufgang an der Golden Gate Bridge. Aber auch diesmal war das Wetter nicht so wie bestellt. So fuhren wir weiter nach Sausalito, einem kleinen beschaulichen aber sehr noblen Fischerdörfchen. Dort gabs dann bei einer Griechin einen italienischen Kaffe mit amerikanischem Frühstück, bestehend aus Rührei und Speck 🙂
An der Südseite der Golden Gate Bridge hielten wir dann nochmal am Vista
Point um die Brücke nochmal aus aller Nähe zu betrachten. Es ist ein multikulturelles Gewusel an diesem Platz, da jeder sich einmal mit der Brücke im Hintergrund fotografieren lassen will. Ich glaube dort könnte ich allein einen ganzen Tag aushalten um dem Treiben zuzusehen. Der nächste und für uns letzte Halt des Tages war dann noch der Pier 39 mit Fishermans Warf. An diesem Platz kann man alles Mögliche und Unmögliche sehen. Musiker, Schauspieler und solche die es werden wollen, allerlei Köstlichkeiten aus allen Herren Ländern, Seelöwen, und auch den “worlds famous bushman”. Dieser sitzt mitten auf dem Gehweg mit zwei Sträuchern vor sich. Wenn mal jemand nicht aufpasst springt er diesen an und erschreckt ihn. Bei mir hats wunderbar funktioniert, da ich abgelenkt war. Sehr zur Erheiterung der umherstehenden Passanten. Ein paar Querstraßen weiter ist eine Station für Cable Cars welche wir natürlich auch besuchten.
Ganz ehrlich, es gibt zuviel als dass man es hier alles beschreiben könnte.
Ebenso sind zwei Tage viel zu wenig Zeit um San Francisco auch nur ansatzweise zu erkundschaften. Ich habe z.B. das Finanzviertel gar nicht gesehen oder auch Nob Hill, die Einkaufsmeile. Das bedeutet wohl, dass ich hier irgendwann nochmal hin muss. Ich kann jeden verstehen, der diese Stadt zu seiner Lieblingsstadt auserkoren hat.
Noch was zu den Straßenverhältnissen. Ich hatte bisher noch nie mit Handbremse (die mit dem Fuß betätigt wurde) und Automatik an so steilen Strassen anfahren müssen. Vielleicht übt Ihr das mal bevor Ihr hier herkommt. Meine normalen Bremsen stanken hin und wieder, sie hielten aber. Nach diesem wirklich erlebnisreichen Tag gings ins Motel zur letzten Nacht auf dieser Reise.

Gefahrene Meilen: 47
Temperaturen: 7 – 18°C

Tag 14 – Rückreise

Am heutigen Tag stand nur noch die Rückreise an. So fuhren wir in aller Früh zum nur ca. 2 Meilen entfernten Airport und gaben total unkompliziert die Autos ab. Auch das Einchecken an den E-Ticket Schaltern lief problemlos. Der Flug von San Francisco nach Detroit war etwas enttäuschend. Es gab nur einmal was zu Trinken und für die Snacks hätte man 5 Dollar zahlen müssen. Entertainment gabs auch nicht. Aber naja, wir brachten die paar Stunden gut um. In Detroit angekommen mussten wir nach dem Aussteigen nur wenige Meter weiter zum nächsten Gate. Wir nutzten die Wartezeit um ein bisschen was zu Essen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich auch noch in keinem Flughafen eine integrierte Bahn gesehen. Der Flug von Detroit nach Frankfurt entschädigte uns für alle anderen Flüge. Es war wohl ein Übungsflug für neue Stewardessen, so dass der Flieger nur halb besetzt war. Wir hatten fast alle eine komplette Sitzreihe für uns jeweils allein. Schlafen konnte ich zumindest trotzdem nicht. Also genoss ich wieder das In- Seat-Entertainment-System und schaute mir Harry Potter an. Essen ließ ich ausfallen, Markus hats genossen. Da wir wirklich Platz hatten sind wir auch recht entspannt in Frankfurt gelandet. Die Pass und Zollkontrolle fand praktisch nicht statt und so waren wir schnell “zuhause”.
Gefahrene Meilen: ca. 2